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Was wir von Essena O’Neill gelernt haben : Fake or what?

Was wir von Essana O'Neill gelernt haben : Fake or what?

Als ich klein war, wollte ich Prinzessin werden. Wahrscheinlich wollten wir Mädels das alle mal kurzzeitig. Tolle glitzernde Kleider tragen. Wallendes gelocktes Haar. Ein strahlender Palast. Meinen Traumprinzen habe ich definitiv gefunden, das Prinzessinnending hat aber nicht so richtig geklappt. Dafür bin ich jetzt Bloggerin. Hätte ich als kleines Mädchen schon von diesem “Beruf” gewusst, dann wäre vielleicht auch das einer meiner zahlreichen Traumberufe gewesen. Klingt doch mindestens genauso traumhaft wie Prinzessin.

Zu bloggen, die Zeit dafür zu haben, das Verständnis von den Menschen um mich herum, die Möglichkeit damit hin und wieder sogar etwas zu verdienen, für mich manchmal immer noch unglaublich. Unglaublich schön. Umso mehr ärgert mich, was zur Zeit in der Bloggerwelt diskutiert wird und kein Ende zu nehmen scheint.

Was wir von Essana O'Neill gelernt haben : Fake or what?

Ist das alles nur Fake? Machen uns die sozialen Medien kaputt? Unsozial? Abhängig? Traurig? Gaukeln wir alle nur eine rosa Traumwelt vor? Setzen wir uns selbst und andere mit geschönten Bildern unter Druck?

Ganz ehrlich, ich kann dieses ganze Theater nicht verstehen. Ich will es auch nicht. Und ich glaube, es tut uns allen nicht gut. Mit ihrem Video und dem Ausstieg aus der Social Media Welt hat Essena O’Neill, die mir bis dahin übrigens völlig unbekannt war, einen echt cleveren Schachzug hingelegt. Mutig, keine Frage. Druck, Tränen, Verzweiflung, darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Aber YouTube verlassen, dafür zu Vimeo wechseln? Die neue Seite “Lets be Game Changers”, kam wohl auch über Nacht mit dem Zusammenbruch – braucht ja auch keine Vorbereitung so ein Projekt. Faken um Fakerei anzuprangern? Hm… Left me speechless! Während Essena jetzt PR und Bekanntheit en masse bekommt, zermartern wir anderen uns den Kopf darüber, was diese Welt mit uns anstellt und fühlen uns genötigt uns zu rechtfertigen. Das sehe ich irgendwie nicht ein.

Was wir von Essana O'Neill gelernt haben : Fake or what?Jeansjacke C&A – Kleid New Yorker – Uhr Daniel Wellington – Schmuck H&M – Pumps BCBGeneration – Tasche ebay 

Ja, vielleicht dauert es manchmal das perfekte Foto zu bekommen. Ja, Selfies sind selten Schnappschüsse. Und nein, wir wachen auch nicht morgens perfekt geschminkt mit dem stylishen Kaffeebecher in der Hand auf. Das ist was wir fotografieren, das ist nicht der ganze Alltag, das sind Ausschnitte. Geschönte Arrangements? Manchmal. Ist das wirklich schlimm? Ich finde, das ist doch vollkommen ok! Natürlich sind wir Blogger eben keine Prinzessinnen. Was wir machen ist auch Arbeit. Wir schweben nicht nur auf Wolke sieben, bekommen nicht unser gesamtes Leben gesponsert. Wir sind tatsächlich auch mal traurig. Unordentlich. unorganisiert. Machen uns Sorgen. Gammeln in Jogginghosen herum und langweilen uns vielleicht sogar mal. Das ist doch logisch und sollte jedem mit ein bisschen Nachdenken klar sein. Wenn es das nicht war, dann haben wir wenigstens das jetzt von Essena O’Neill gelernt. Aber wer will das eigentlich sehen?

Ich denke als 1897 mit Harper’s Bazaar das erste amerikanische Modemagazin auf dem Markt erschien, war die Idee dahinter doch auch nicht, das nackte wahre Leben zu zeigen. Wenn wir im Urlaub sind, dann fotografieren wir auch die schönen Dinge, zeigen unseren Lieben zu Hause das tolle Buffet und nicht die Abfälle die nach dem Essen auf dem Teller zurückbleiben, den hässlichen Sonnenbrand oder wie es unter dem schicken Hotelzimmerbett aussah. So what?

Was wir von Essana O'Neill gelernt haben : Fake or what?

Für mich ist das kein Fake. Ich bin Bloggerin und ich bin echt. Was ihr seht und lest ist von mir, also echt. Ich möchte schöne Dinge zeigen, mit euch teilen. Und ich möchte Spaß an dieser Sache hier haben ohne mich rechtfertigen zu müssen. Ohne mich mit anderen Bloggern vergleichen zu müssen. Ohne dass wir uns gegenseitig missgünstig beäugen und uns mit dieser Fake-Diskussion kaputt reden. Betrachtet Instagram&Co. einfach als das, was es ist, ein Auszug aus unserer Welt, schöne Bilder aus dem Alltag, die nicht unser ganzes Leben zeigen und die niemanden unter Druck setzen müssen. Essena O’Neill wünsche ich jedenfalls trotzdem noch viel Erfolg in ihrer neuen Karriere. Ich bin gespannt wie sie einen Blog ohne die dunkle social media Macht betreibt.

Habt einen schönen Tag ihr Lieben und lasst mir doch gerne mal wieder eure Meinung da!

– Julie –

Pics by DLPhotography

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10 Comments

    • Julie
      Author
      19. November 2015 / 16:24

      Thank you Liz 🙂

  1. 19. November 2015 / 17:58

    Guter Beitrag =) ja, das Thema wird momentan viel diskutiert.
    Ich finde, du hast Recht damit, dass man sich nicht rechtfertigen muss, für das was man tut. Den Vergleich mit Modemagazinen finde ich sehr gut, es geht nicht immer darum, Wirklichkeit eins zu eins abzubilden. Manchmal genügt es, einfach etwas Schönes mit anderen zu teilen, die Fantasie anzuregen, ein bisschen Gesellschaftskritik abzugeben oder einfach zu unterhalten.

    • Julie
      Author
      22. November 2015 / 19:53

      Dankeschön 🙂 Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt und du das mit dem Schönen teilen genauso siehst 🙂

  2. Melanie
    19. November 2015 / 18:28

    Das Kleid ist der Hammer, auch die Kombi mit der Jeansjacke gefällt mir sehr gut :-*
    Ich muss sagen, dass mir Blogger, die realitätsnaher sind, für mich interessanter sind, als diejenigen, die en masse Designerteile posten :-*

    • Julie
      Author
      22. November 2015 / 19:54

      Danke Melanie, das ist ja ein schönes Kompliment <3 Ich finde ja immer, das guter Stil nicht teuer sein muss. Der Mix macht es einfach!

  3. 19. November 2015 / 19:29

    Toller Post und ein schönes Outfit !

    LG Lea

    • Julie
      Author
      22. November 2015 / 19:54

      Dankeschön liebe Lea 🙂

    • Julie
      Author
      22. November 2015 / 19:56

      Thank you so much Irene 🙂

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